Auf unsere Solaranlagen beim selbstverwalteten Wohnheim Collegium Academicum (kurz: CA) auf der Konversionsfläche „US-Hospital“ im südlichen Heidelberger Stadtteil Rohrbach sind wir besonders stolz! Auf dem Neubau in Holzbauweise sowie auf dem sanierten Altbau hat unsere Genossenschaft Solaranlagen beigesteuert und versorgt die Bewohner:innen mit Sonnenstrom vom eigenen Dach.
Große Solaranlage auf dem Neubau
Die Photovoltaikanlage hat eine Leistung von insgesamt 180 kWp und produziert damit Ökostrom für rund 175 Bewohner:innen. Zusätzlich hat die HEG einen Speicher installiert, sodass überschüssiger Sonnenstrom, z.B. aus der Mittagszeit, innerhalb des Projekts gespeichert und in den Abendstunden zur Versorgung der Bewohner:innen genutzt werden kann. Wir gehen davon aus, dass durch dieses Modell mindestens 60 % des produzierten Ökostroms innerhalb des CA verbraucht wird. Überschüssigen Strom liefern wir über die Bürgerwerke an unsere Ökostrom-Kund:innen. Die Installation der Anlage erfolgte im Herbst 2021 durch unsere Tochtergesellschaft EvO, auch die Wartung der Anlage wird während der Betriebszeit durch die EvO übernommen. Der Netzanschluss erfolgte zusammen mit dem Bezug des Gebäudes im Sommer 2022. Der Bau der Photovoltaikanlage wurde von der Stadt Heidelberg in Höhe von 10.000 € gefördert.
Die HEG hat das Dach des Wohnheims für 20 Jahre für den Betrieb der Solaranlage gepachtet. Anschließend kann die HEG zweimal eine Verlängerungsoption für jeweils 5 Jahre zu den gleichen Konditionen ziehen.
Kleinere Anlage auf dem Altbau
2024 haben wir unseren Beitrag zur erneuerbaren Energieversorgung des Collegium Academicums erweitert, indem auf den Dächern der zwei neuen Schleppgauben des sanierten Altbaus 82 Photovoltaik-Module installiert wurden. Die hohe Belegungsdichte der Module reduziert den Heizwärmebedarf des sanierten Gebäudes.
Der Altbau aus den 1940er Jahren wurde aufwändig ökologisch saniert. Dabei wurde neben einer guten Dämmung darauf geachtet, viel der alten Bausubstanz – insbesondere des Dachs und der Wände – zu erhalten und möglichst viele Bauteile wie Fußböden, Türen oder Heizkörper weiter zu nutzen. Neue Innenwände wurden zudem aus Strohbauweise ressourcenschonend hergestellt.
Mit einer Leistung von 32,8 kWp ist die Anlage auf dem Altbau sozusagen die kleine Schwester der 180 kWp-Anlage auf dem Neubau und ergänzt das Mieterstrom-Konzept in besonderer Weise: Altbau und Neubau nutzen einen gemeinsamen Stromanschluss, sodass der auf den Dächern erzeugte Solarstrom gemeinsam zur Versorgung aller Bewohnenden des Projekts genutzt werden kann.
Direkt am Altbau des Collegium Academicum hat die HEG auch 3 Ladestationen installiert. Diese können künftig in Abstimmung mit dem Collegium Academicum genutzt werden, um Elektroautos mit Sonnenstrom vom Dach zu laden. Eine noch einfachere Möglichkeit ist die Nutzung über Stadtmobil Rhein-Neckar, denn beim Collegium Academicum entsteht ein Standort für Carsharing. Hier können Sie mehr zu den Ladesäulen der HEG erfahren.


Und was ist das CA eigentlich?
Seit 2013 haben rund 30 junge Menschen ehrenamtlich daran gearbeitet, ein selbstverwaltetes Wohnheim zu schaffen. Aufbauend auf dem Grundgedanken des bis in die 1970er Jahre in der Heidelberger Altstadt existierenden Wohnheims „Collegium Academicum“ wird ein Ort für günstiges und selbstbestimmtes Leben in Heidelberg ermöglicht, an dem Demokratie erlebbar wird und dabei der kulturelle und soziale Austausch in einem Bildungskontext gefördert wird.
In dem Neubau des Projekts ist ein Wohnheim entstanden, das über 250 Studierenden, Auszubildenden und Promovierenden Raum zum Leben ermöglicht. Der innovative Holzbau bietet auf vier Ebenen Platz für 46 Wohngemeinschaften für jeweils drei oder vier Personen. Im Erdgeschoss befinden sich barrierearme Wohnungen, eine gemeinsame Werkstatt, die Aula und ein Multifunktionsraum mit Küche. Der Dachgarten auf dem Dach der Aula dient als Begegnungsstätte.
Im Altbau des Collegium Academicums gibt es ein gemischtes Wohnkonzept für insgesamt rund 80 Personen in Wohngemeinschaften, sozialen Mietwohnraum sowie Wohnraum für die Teilnehmer:innen des Orientierungsjahrs. Ergänzt wird der Wohnraum durch diverse Räume, die dem gesamten Projekt zugutekommen: Eine Werkstatt, Seminarräume und ein Stillarbeitsraum.
Das Orientierungsjahr ist eine große Besonderheit: Etwa 50 junge Menschen wohnen und leben für ein knappes Jahr zusammen und entdecken und entwickeln im Rahmen eines pädagogischen Begleitprogramms ihre Interessen. So können sie verschiedene Studien- und Ausbildungsgänge kennenlernen und werden darin bestärkt, die eigene Persönlichkeit weiterzuentwickeln und Verantwortung in der Gesellschaft zu übernehmen. Der erste, verkürzte Jahrgang des Orientierungsjahrs dauerte von Januar bis August 2024, der zweite Jahrgang ist regulär im Oktober 2024 gestartet.