Bürger.Solarpark Eppingen

In der Nähe von Eppingen – circa 30 Kilometer von Heidelberg entfernt – planen wir gemeinsam mit der BürgerEnergieGenossenschaft Kraichgau und der BürgerEnergie Karlsruhe eine 35 Hektar große Freiflächen-Photovoltaikanlage. Ab 2027 soll der Solarpark mit einer Leistung von 60 MWp Sonnenstrom im Kraichgau erzeugen – die jährliche Stromerzeugung entspricht dem durchschnittlichen Verbrauch von mehr als 21.000 Haushalten.

Bei dem Projekt handelt es sich um ein echtes Bürgerenergie-Projekt, das die drei Genossenschaften zusammen mit lokalen Landwirten umsetzen. Unsere Mitglieder können in den Solarpark investieren, die Beteiligungspakete á 1.000 € bestehen aus 2 Genossenschaftsanteilen á 100 € und 800 € Nachrangdarlehen.


Ökologische Maßnahmen

Zentraler Bestandteil des Solarparks ist die biologische Aufwertung der Flächen unterhalb der Module und darum herum. Die Anlage ist so umweltschonend wie möglich geplant: Durch ein spezielles Aufständerungssystem, das vollständig gerammt wird, kommt sie ohne Bodenversiegelung und mit 70 % weniger Materialeinsatz aus als herkömmliche Aufständerungen. Gleichzeitig wird die vorhandene Fläche so effizient wie möglich zur Stromerzeugung genutzt.

Die Module sind in einer Höhe von 1 Meter aufgeständert, sodass darunter Schafe weiden können und die Biodiversität erhalten bleibt. Die relativ großen Abstände zwischen den Modulen lassen Sonnenlicht und Regen gleichmäßiger und verteilter durch als reguläre Freiflächen. Gleichzeitig schützen die Module den Boden vor Erosion und bieten den Pflanzen Schatten – in den immer heißer werdenden Sommern ein wichtiger Beitrag.

Eine 2 Kilometer lange und 5 Meter breite Hecke dient sowohl als Sichtschutz als auch Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Neben der Eingrünung wird auch die innen liegende Grünfläche mit Bienen- und Insektenweiden dem Umweltschutz dienen: Zwischen den Modulen werden auf insgesamt 10 Hektar Grünstreifen angelegt, die das Areal dauerhaft ökologisch aufwerten.

Durch die Nutzung der Fläche als Solarpark werden in den nächsten 30 Jahren zudem keine Dünge- und Pflanzenschutzmittel ausgebracht und so das Wasserschutzgebiet, das das Areal und die umliegenden Felder umschließt, bewahrt. All diese Maßnahmen schaffen einen echten Mehrwert für die regionale Biodiversität. Mehr zu dem durchdachten Boden- und Artenschutzkonzept erfährst du in diesem Video:


Wirtschaftliche und soziale Vorteile des Projekts

Neben einer ökologischen Stärkung der Region durch die naturverträgliche Ökostrom-Erzeugung, profitiert Eppingen auch ökonomisch und sozial vom Bürger.Solarpark Eppingen. Die von der Projektgesellschaft zu zahlenden Gewerbesteuern fließen direkt in den städtischen Haushalt, zusätzlich erhält sie als Besitzerin von Teilflächen des Solarpark-Areals laufende Pachteinnahmen. Die Aufträge zur Umsetzung des Solarparks vergeben die Genossenschaft vor allem an regionale Unternehmen, sodass die Wertschöpfung in der Region bleibt. Ab Inbetriebnahme übernehmen regionale Akteure auch die Grünpflege inkl. der Schafbeweidung.

Sowohl die lokalen Stadtwerke als auch Unternehmen vor Ort können den erzeugten Ökostrom nutzen und sich dadurch mit dauerhaft günstiger regionaler und erneuerbarer Energie versorgen. Es werden Verträge zur langfristigen Abnahme des erzeugten Stroms mit regionalen Unternehmen abgeschlossen, sodass diese eine erhöhte Planbarkeit haben und ihre Abhängigkeit von fossilen Importen reduzieren können.

Bürger:innen können sich über die Energiegenossenschaften finanziell an dem Projekt beteiligen. Durch eine Kombination von Genossenschaftsanteilen und fest verzinsten Nachrangdarlehen erhalten Mitglieder eine planbare Verzinsung. Unsere HEG-Beteiligungspakete beinhalten Darlehen mit einer Laufzeit von 10 Jahren und 3,5 % Zinsen pro Jahr:


Stromspeicher als perfekte Ergänzung

Der Solarpark wird mit einem Speicher ausgestattet, der die Erträge aus etwa zwei Stunden Stromproduktion speichern kann – ein zentraler Baustein für die Zukunftsfähigkeit des Bürger.Solarparks Eppingen.

Die Ergänzung des Solarparks um einen Speicher hat folgende Vorteile:

  1. Entlastung des Stromnetzes: Wenn besonders viel Strom erzeugt wird, typischerweise an einem sonnigen Tag zur Mittagszeit, muss er nicht ins Netz eingespeist werden. Stattdessen wird der Solarstrom zwischengespeichert und kann bei hoher Nachfrage – in den Abendstunden – zur Verfügung gestellt werden.
  2. Schutz vor negativen Strompreisen: Wenn viel erneuerbarer Strom gleichzeitig ins Netz eingespeist wird, sinken die Preise. Durch das Einspeichern des Stroms und die Abgabe in Zeiten höherer Strompreise, werden die Einnahmen erhöht – was den Energiegenossenschaften und ihren Mitgliedern zugutekommt.
  3. Weniger Abschaltungsrisiko (Redispatch): Große PV‑Anlagen werden vom Netz genommen, wenn mehr Strom erzeugt wird als das Netz aufnehmen kann. Durch den Speicher können wir dem entgegenwirken und Zeiten reduzieren, in denen wir keinen Strom einspeisen dürfen.
  4. Mehr regionale Versorgungssicherheit: Der gespeicherte Strom kann lokal bereitgestellt werden – ein echter Beitrag zur Stabilisierung der Netze und zur Dezentralisierung der Energieversorgung.

Technische Daten

  • 45 Hektar Gesamtfläche – davon 35 Hektar Modulfläche und 10 Hektar ökologische Ausgleichsfläche
  • 60 MW installierte Spitzenleistung erzeugen rund 60 Mio. kWh Ökostrom pro Jahr
  • Jährliche CO2-Einsparung von rund 41.000 Tonnen
  • Ost-West-Ausrichtung der Module sorgt für optimal über den Tag verteilte Stromproduktion
  • Netzanbindung über eigenes Umspannwerk
  • Investitionskosten von insgesamt rund 30 Mio. €
Bau des Solarpark-Umspannwerks (November 2025)
HEG-Vorständin Sarina beim Baumpflanzen mit Florian von der BEG Kraichgau

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner